Krankheiten

Die Gesundheit unserer Tiere hat für uns höchste Priorität. Deshalb werden alle unsere Tiere tierärztlich untersucht, vollständig geimpft, entwurmt und gegen Zecken sowie andere Parasiten behandelt. Je nach Herkunft, Alter und Gesundheitszustand führen wir zusätzliche Blut- und Kotuntersuchungen durch. Dabei testen wir unter anderem auf Leishmaniose, Herzwürmer, Ehrlichiose, Anaplasmose, Babesiose und Giardien. Bei Auffälligkeiten werden weitere Abklärungen veranlasst und notwendige Behandlungen frühzeitig begonnen. Alle bekannten Befunde legen wir gegenüber den zukünftigen Familien selbstverständlich offen.

📚 Tierschutz-Wissen: Krankheiten & Parasiten im Fokus.

Für eine verantwortungsvolle Tierhilfe und Pflege ist das Wissen über weit verbreitete Infektionskrankheiten und Parasiten unerlässlich.

Hier finden Sie eine kurze Übersicht der wichtigsten Erreger, die vor allem Hunde im Auslandstierschutz (wie in Rumänien), aber teils auch in der Schweiz betreffen:

1. 🦟 Herzwürmer (Dirofilariose)

Die Herzwurmerkrankung ist eine schwere, durch Parasiten verursachte Erkrankung, die vor allem Hunde in Süd- und Osteuropa betrifft.Übertragung: Ausschließlich durch den Stich von Stechmücken, die winzige Larven übertragen.

Die Gefahr: Die Larven wandern im Körper und siedeln sich nach etwa 6 Monaten als bis zu 30 cm lange, fadenförmige Würmer in den Blutgefässen von Herz und Lunge an. Ohne Behandlung führt dies zu Herzversagen.

Symptome: Chronischer Husten, schnelle Erschöpfung bei Bewegung, Atemnot und allgemeine Trägheit.Schutz: Bluttests bringen Gewissheit. Eine monatliche Medikamenten-Prophylaxe verhindert zuverlässig, dass sich übertragene Larven im Körper zu Würmern entwickeln.

2. 🐌 Französischer Herzwurm (Canine Angiostrongylose / „Apollose“)

Im Gegensatz zum klassischen Herzwurm ist dieser Parasit (Angiostrongylus vasorum) auch in Mitteleuropa und der Schweiz stark verbreitet. Er besiedelt die rechte Herzkammer und die Lungenarterien.Übertragung: Nicht durch Mücken, sondern durch die Aufnahme von Schnecken (Nackt- und Gehäuseschnecken) oder über deren Schleimspur (z. B. auf Spielzeug oder im Wassernapf im Garten).

Symptome: Husten, schwere Atembeschwerden, Leistungsabfall. Ein ganz typisches Zeichen sind Blutgerinnungsstörungen (vermehrtes Nasenbluten, Blutergüsse oder langes Nachbluten bei kleinen Wunden).Behandlung & Schutz: Nachweis über eine Kotprobe (Larvenauswanderungsverfahren) oder einen Bluttest. Die Behandlung erfolgt gut über spezielle tierärztliche Entwurmungspräparate.

3. 🦠 Parvo (Parvovirose)

Eine der gefährlichsten und hochansteckendsten Virusinfektionen weltweit. Besonders Welpen und ungeimpfte Hunde sind akut bedroht.

Übertragung: Das extrem widerstandsfähige Virus überlebt monatelang in der Umwelt. Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kotkontakt oder über verseuchte Gegenstände (Schuhe, Körbchen, Näpfe).

Symptome: Rasanter Ausbruch mit blutigem, wässrigem und charakteristisch stark riechendem Durchfall, schwerem Erbrechen, hohem Fieber und lebensgefährlicher Austrocknung innerhalb kürzester Zeit.Schutz: Eine korrekte und vollständige Impfung (Grundimmunisierung) schützt Hunde absolut zuverlässig.

4. 🕷️ Borreliose (Lyme-Borreliose)

Eine bakterielle Infektion, die zu den häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten in der Schweiz und in ganz Europa gehört.

Übertragung: Durch den Stich des Gemeinen Holzbocks. Die Bakterien (Borrelia burgdorferi) wandern erst nach etwa 16 bis 24 Stunden Saugzeit aus dem Zeckendarm in den Hund.

Symptome: Oft unspezifisch und erst Wochen oder Monate nach dem Stich auftretend: Fieber, Appetitlosigkeit, allgemeine Schlappheit sowie wechselnde Lahmheiten durch schmerzhafte Gelenkentzündungen.Behandlung & Schutz: Gut behandelbar mit einer mehrwöchigen Antibiotika-Therapie. Die beste Vorsorge ist das zügige Absuchen nach Zecken und ein lückenloser Zeckenschutz (Halsbänder, Spot-ons oder Tabletten).

5. 🕷️ Ehrlichiose

Diese bakterielle Infektionskrankheit (auch „Zeckenfieber“ genannt) verläuft oft sehr tückisch und über Jahre hinweg unbemerkt im Körper.

Übertragung: Ausschließlich durch den Stich von infizierten Zecken (hauptsächlich der Braunen Hundezecke). Die Bakterien befallen die weissen Blutkörperchen.

Symptome: In der akuten Phase treten Fieber, Mattigkeit und Nasenbluten auf. Danach kann der Erreger jahrelang unbemerkt in der Milz schlummern, bevor er in der chronischen Phase Gelenkschmerzen, Blutarmut und schwere Defekte des Knochenmarks auslöst.Behandlung: Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, ist sie mit einer mehrwöchigen, gezielten Antibiotika-Therapie meist sehr gut heilbar.

6. 🕷️ Anaplasmose

Eine bakterielle Infektionskrankheit, bei der die Erreger gezielt die weissen Blutkörperchen angreifen, die für die Immunabwehr des Hundes lebenswichtig sind.

Übertragung: Ausschließlich durch den Stich von Zecken (in Mitteleuropa vor allem durch den Gemeinen Holzbock).

Symptome: Plötzliches hohes Fieber, extreme Abgeschlagenheit (Apathie), Fressunlust und Gewichtsverlust. Da sich oft die Gelenke entzünden, zeigen betroffene Hunde eine auffällige Bewegungsunlust, Gelenkschmerzen oder Lahmheit.Behandlung & Schutz: Bei rechtzeitiger Diagnose mittels Bluttest ist die Erkrankung mit einer mehrwöchigen Antibiotika-Therapie sehr gut heilbar. Ein ganzjähriger Zeckenschutz ist die wichtigste Vorsorge.

7. 🕷️ Babesiose („Hundemalaria“)

Eine hochakute, unbehandelt rasend schnell tödlich verlaufende Infektionskrankheit, bei der die roten Blutkörperchen im Körper des Hundes zerstört werden.

Übertragung: Durch den Stich von infizierten Auwald- und Hundezecken.Symptome: Sehr hohes Fieber (bis 42 °C), extreme Schwäche, Gelbsucht (gelbliche Schleimhäute) und ein auffällig dunkelbrauner bis rötlicher Urin (ausgelöst durch den Abbau der Blutkörperchen).

Schutz: Ein ganzjähriger, konsequenter Zeckenschutz ist überlebenswichtig. Zudem sollten Hunde nach Spaziergängen abgesucht werden, da die Übertragung der Erreger erst nach einigen Stunden Saugzeit stattfindet.

8. 🦟 Leishmaniose

Eine chronische und nach heutigem Stand der Medizin unheilbare, aber bei fachgerechter Pflege und Medikamenteneinstellung gut behandelbare Erkrankung.

Übertragung: Durch den Stich der dämmerungs- und nachtaktiven Sandmücke im Süden und Osten Europas.

Symptome: Tritt oft erst Monate oder Jahre nach der Infektion auf. Typisch sind schleichender Gewichtsverlust, geschwollene Lymphknoten und markante Hautveränderungen (wie Haarausfall um die Augen bzw. „Brillenbildung“, schuppige Ohrenränder) sowie extrem schnell wachsende, brüchige Krallen.Wichtig: Betroffene Hunde benötigen eine lebenslange Medikamentation und müssen strikt purinarm (spezielles Futter ohne Innereien, Schlundfleisch etc.) ernährt werden, um Harnsteine zu vermeiden.

9. 🔬 Giardien

Giardien sind mikroskopisch kleine Dünndarm-Parasiten (Einzeller), die extrem hartnäckig und sowohl im In- als auch im Ausland im Tierschutz sehr häufig anzutreffen sind.

Übertragung: Durch das Auflecken von verunreinigtem Wasser (z. B. aus Pfützen) oder den Kontakt mit infiziertem Kot. Die Zysten sind hochansteckend und überleben monatelang.

Symptome: Wiederkehrender, hartnäckiger, oft schleimiger, gelblicher und sehr übelriechender Durchfall, der von Blähungen und Gewichtsverlust trotz gutem Appetit begleitet wird.Wichtig für die Hygiene: Absolute Hygiene ist entscheidend, da sich Hunde über ihr eigenes Fell ständig neu anstecken! Liegeplätze müssen heiss gewaschen (über 70 °C) und Boxen desinfiziert werden. Achtung: Einige Giardien-Arten sind Zoonosen und können auf den Menschen übertragen werden – gründliches Händewaschen und Handschuhe sind Pflicht.

10. 🦠 Staupe

Eine hochansteckende, hochinvasive Viruserkrankung, die ungeschützte Hunde jeden Alters massiv bedroht und häufig tödlich endet.

Übertragung: Per Tröpfcheninfektion (Husten, Speichel, Nasenausfluss) beim direkten Kontakt von Hund zu Hund oder über verseuchte Oberflächen.

Symptome: Zeigt sich je nach Form als Magen-Darm-Infekt (Erbrechen/Durchfall), Atemwegsinfekt (Husten, eitriger Augen- und Nasenausfluss) oder als hochgefährliche Nervenform (Muskelzucken bzw. „Staupeticker“, Krampfanfälle, Lähmungen).

Wichtig: Hunde, die die Infektion überleben, behalten oft lebenslang Nervenschäden oder ein geschädigtes, braun verfärbtes „Staupegebiss“ (falls die Erkrankung während des Zahnwechsels auftrat) zurück. Der einzig wirksame Schutz ist eine lückenlose Impfung.

11. 🦠 Tollwut (Rabies)

Eine akute, das Nervensystem befallende Viruserkrankung. Sie verläuft nach Ausbruch der ersten Symptome bei Tier und Mensch immer zu 100 % tödlich.

Übertragung: Durch den Speichel infizierter Tiere, meist bei Beissereien.Symptome: Extreme Wesensveränderungen (Aggressivität oder unnatürliche Zutraulichkeit), übermässiger Speichelfluss (Schaum vor dem Maul) durch Schlucklähmung, Wasserscheu sowie Lähmungen und Krampfanfälle.

Gesetzliche Pflicht: Eine Behandlung ist verboten. Für den legalen Import von Hunden in die Schweiz ist eine lückenlose und gültige Tollwutimpfung zwingend gesetzlich vorgeschrieben.

12. 🪱 Würmer (Darmparasiten)

Spul-, Band- und Hakenwürmer betreffen fast jeden Hund im Tierschutz und können vor allem Welpen in ihrer Entwicklung schwer schädigen.

Übertragung: Durch das Aufnehmen von Wurmeiern aus der Umwelt, über die Plazenta im Mutterleib oder die Muttermilch. Bandwürmer werden oft durch das Verschlucken von Flöhen übertragen.Symptome: Aufgeblähter „Wurmbauch“, stumpfes Fell, Gewichtsverlust, Erbrechen, Durchfall sowie das „Schlittenfahren“ (Rutschen auf dem Hintern wegen Juckreiz).

Schutz: Regelmässige Entwurmungen oder Kotuntersuchungen beim Tierarzt. Da viele Würmer Zoonosen sind, schützt die Behandlung auch den Menschen.

13. 🪱 Hautparasiten (Flöhe, Läuse & Haarlinge)

Hautparasiten verursachen starken Stress und erfordern neben der Behandlung des Hundes immer eine gründliche Umgebungsreinigung.

Flöhe: Hochgradig ansteckende Blutsauger. Da sich 95 % der Flohpopulation (Eier/Larven) in der Umgebung befinden, müssen Decken und Bettchen immer heiss gewaschen werden.

Läuse: Flügellose Blutsauger, die ihre Nissen an die Haare kleben. Führen zu Juckreiz, Krusten und bei Welpen zu Blutarmut.Haarlinge: Ernähren sich rein von Hautschuppen (saugen kein Blut). Verursachen einen extrem nervenaufreibenden Juckreiz, Schuppen und kahle Stellen.

14. 🕷️ Räude vs. Demodikose (Milbenerkrankungen)

Milben sind im Tierschutz ein grosses Thema, aber wir müssen strikt zwischen zwei völlig unterschiedlichen Erkrankungen unterscheiden:

Sarcoptes-Räude (Hochansteckend!): Wird durch Sarcoptes-Milben ausgelöst, die Gänge in die Haut graben. Führt zu unerträglichem, massivem Juckreiz (Hunde kratzen sich blutig) und dicken Krusten an Ohrenrändern und Gelenken. Räude ist extrem ansteckend für andere Tiere und den Menschen (Zoonose). Infizierte Hunde benötigen strikte Quarantäne!

Demodikose (Demodex-Milbe – Nicht ansteckend!): Wird durch die Haarbalgmilbe (Demodex canis) ausgelöst, die zur normalen Hautflora gehört. Erkrankungen brechen nur bei einem geschwächten Immunsystem aus (Welpen, Stress, Mangelernährung im Tierschutz). Führt zu Haarausfall – oft rund um die Augen („Brillenbildung“) –, verursacht aber kaum Juckreiz. Demodikose ist absolut ungiftig und nicht ansteckend.

(Hinweis: Bei Verdacht auf eine dieser Erkrankungen oder Parasiten ist immer sofort ein Tierarzt aufzusuchen. Eine fachgerechte Diagnostik via Bluttest, Hautgeschabsel oder Kotprobe ist für die erfolgreiche Behandlung entscheidend.)